Mein persönlicher Weg zum Wohlfühlgewicht

Wenn mir jemand ungefähr zu dieser Zeit vor zwei Jahren erzählt hätte, dass ich heute auf den Tag 45 Kilo leichter sein würde, hätte ich wahrscheinlich schallend gelacht und mich gefragt, welche Art von Humor dass denn wohl sein soll! Und dann ist es doch so gekommen – ausgerechnet ich, die sich ihr ganzes Leben schon mit Übergewicht und allen damit zusammenhängenden Nachteilen herumärgern musste und zu kämpfen hatte. Da stand ich mit meinen 40 Jahren und dachte mir, na vielleicht würde ich auch gern 50, 60 oder gar 70 werden, aber sicher wäre das nicht so wahrscheinlich, wenn ich meine bis dato 138 angefutterten Kilos nicht drastisch reduzieren würde.

Fatburner-fuer-Motivation

Die typische Diät-Karriere mit immer wieder kläglichen halbmotivierten Versuchen und dem auf das Scheitern folgenden JoJo hatte ich nicht hinter mir. Ich war einfach immer nur dick…dicker als andere und irgendwann dann auch fett. Vielleicht war das dann mein Vorteil in den kommenden Monaten oder auch nicht, ich weiß es nicht. Aber ich hatte zu diesem Zeitpunkt einfach nur den Willen, meinen persönlichen Versuch zu starten, den ersten ernstzunehmenden, und wie ich da noch nicht wissen konnte, erfolgreichen!

Wie findet man die Methode, die den gewünschten Erfolg bringt?

Im Internet kann man alles nachlesen, man kann alles erfahren, man kann Bilder betrachten, Videos schauen, Konzepte verfolgen, sich in Foren tummeln… und man kann recherchieren, was man tun kann. Man muss die Version finden, die ma als am Besten durchführbar und alltagstauglich erachtet. So habe ich es dann auch gemacht, zunächst habe ich viel gelesen und mich in einem zum Thema passenden Forum angemeldet. Damit habe ich mir dann auch gleich die Motivation gesichert, die für andere durch Familie, Ehepartner oder Freunden, oder auch durch Gruppentreffen kommt. Da bei mir da nicht allzuviel an background stand, half mir der Erfahrungsaustausch bei Höhen und Tiefen im Verlauf über die nächsten Monate sehr.

So ziemlich das erste was mir klar wurde, war die Erkenntnis, dass Abnahme nur dann funktioniert, wenn man weniger Kalorien zuführt, als man verbrennt. Das ist das A und O. Ich strich Indstriezucker aus meinem Ernährungsplan und Weißmehl. Ich achtete darauf, dass nicht mehr Schokolade, Chips und Fertigprodukte in meinem Einkaufswagen landeten, sondern Obst, Gemüse und vollwertige Nahrungsmittel. Nachdem ich gefühlt alles über die verschiedenen Konzepte zur Gewichtsreduzierung gelesen hatte, baute ich mir aus vielen Varianten mein eigenes Konzept zusammen. Wichtig war mir, dass

  • ich satt würde von dem, was ich zu mir nahm
  • ich die Kalorien der Lebensmittel im Auge hatte (dazu legte ich mir eine nützliche App für mein Handy zu)
  • ich akzeptieren könnte, dass der eine oder andere „Ausrutscher“ verzeihlich sein müsste
  • ich nicht verzichten wollen würde, also zu Feierlichkeiten, zu besonderen Anlässen auch mal 5 grade sein durfte
  • ich nicht faul bleiben würde, wie ich es vorher war. Bewegung sollte teil meines Alltags sein.

Der richtige Einstieg

Den richtigen Einstieg gibt es meiner Meinung nach nicht. Niemand kann sagen, Gewichtsreduktion ist erfolgreich, wenn man es so oder so, nach diesem oder jenen Konzept, mit dieser oder jeder Pille versucht. Irrtum! Es kann auch nicht von aussen kommen und bestimmen, wie und wann es losgehen muss. Mein Arzt hätte es mir zu einem anderen Zeitpunkt ruhig raten können abzunehmen, ich hätte freundlich nickend zugestimmt, am Ende aber nichts getan.

Jeder muss die Kraft dazu in sich selber finden und diesen Funken dann umsetzen. Bei mir fing der Einstieg mit Shakes an, denn ich wollte noch nicht mit Produkten wie diese Abnehmtabletten anfangen und habe mich dehalb so entschieden. Diätshakes waren zuvor sicher nicht in meinem Schrank zu finden gewesen, aber da zog ich los und kaufte mir das erste Mal dann doch einen Behälter voll davon. Nicht der teuerste, aber der, von dem ich mir geschmacklich das geringste Übel versprach (wie ich es mir aus dem Forum raten liess). Das war eine sehr gute Entscheidung, denn wider Erwarten schmeckte das Zeug richtig gut! Und es machte satt! Und es sparte mir als Mahlzeitersatz eine Menge Kalorien ein! So brachte mir der Shake gleich in mehrerer Hinsicht etwas. Und ich kann sagen, auch bis zum heutigen Tag verwende ich ab und zu noch so einen Shake, da er mir auch nach vielen Monaten noch schmeckt und ich ja um die Vorteile weiß.

ÜbungenZu meiner Ernährungsumstellung mit den Shakes, dem Auslassen von Zucker-und Weißmehlprodukten und dem gesünderen Essen von Obst und Gemüse zu den gegessenen Mahlzeiten (weil ich nie alle Mahlzeiten durch Shakes ersetzte, sondern immer nur maximal zwei am Tag) gesellte sich die Bewegung. Schon von Anfang an achtete ich dann darauf, das Auto öfter stehen zu lassen. Und ich hatte den Vorteil, einen vierbeinigen Freund an meiner Seite zu haben, der sich in den kommenden Monaten über immer länger werdende Gassirunden freuen durfte. Ich war erschrocken über mich selbst, wie armseelig sie früher ausgefallen waren, grad ums Eck und wieder heim. Das änderte sich mit purzelnden Kilos. Bewegung macht Spass und tut gut! Auch spazieren gehen ist Bewegung und es bringt so viel mehr, als ich das je vermutet hätte, also Schuhe an und raus, wann auch immer sich die Gelegenheit bietet!

Klar, mit meinem Startgewicht den Weg in ein Fitnesscenter wäre mir ein Greuel gewesen, das kam dann erst später, aber es ging ja auch so. Glücklicherweise gibt es nicht nur Apps, die mir das Führen eines Ernährungstagebuchs erlaubten, sondern es gesellte sich auch eine Fitness-App dazu, mit der ich meine Sporteinheiten und gelaufenen Wegstrecken nach wie vor ebenfalls tracke. Diese Kontrolle ist gar nicht so schlecht, denn damit feuert man sich indirekt auch noch selber an, aus den 3 Kilometern von heute dann morgen einfach 3,5 Kilometer zu machen usw.

Die Waage – meine persönliche Hass-Liebe

Ab einem bestimmten Gewicht, dass jeder anders definiert, stellt man sich nicht mehr gern drauf oder unterlässt es im Grunde sogar ganz. Eigentlich eine logische Folge der Ignoranz sich und seinem Körper gegenüber, die dem ganzen Übergewicht ja überhaupt erstmal die Möglichkeit gegeben hat, sich so zu manifestieren. Also musste ich mir die Waage zur Verbündeten machen, auch wenn sie ab und zu die Angewohnheut hat, mir hinterhältig in den Rücken zu fallen. Aber ich kann ihr zu Gute halten, dass sie es gleich zu Anfang sehr gut mit mir meinte (was bei hohem Anfangsgewicht fast normal ist, egal, wie man eine Gewichtsreduktion beginnt). Ich verlor Wasser, aber ich verlor natürlich auch richtiges Fett… Mein Körper bekam nicht mehr so viele Kalorien, ich verbrauchte aber sogar mehr, da ich mich mehr bewegte, begann Fatburner zu nehmen und so kam der Stein ins rollen. Ich konnte im Internet die besten Fatburner finden und bestellte mir noch eine Ration, wodurch ich natürlich alles noch mehr optimieren konnte. Die Spirale drehte sich dieses Mal dann in die richtige Richtung und die Waage spiegelte es mir zurück. Aber auch die Waage braucht Unterstützung, und so besorgte ich ihr einen Freund – ein Maßband.

Die beiden taten sich zusammen und bildeten ein recht gutes Team, denn das, was sie aussagte, wurde durch den schrumpfenden Umfang an meinen Extremitäten unterstrichen. Ich gewann Selbstvertrauen in dieses „Projekt“, denn ich sah, dass es eben doch ging – auch ich musste nicht bis ans Ende meiner Tage „fett“ sein. Freunde und Familie bemerkten es und irgendwann sprachen mich auch Nachbern und Leute an, die ich fast gar nicht kannte. Und jetzt, 45 Kilo leichter, bin ich ein anderer Mensch. Es ist so schön, Klamotten shoppen zu können, weil die gefallen und nicht, weil sie zufällig in Größe XXXL da hängen! Mit den Zahlen auf der Waage schrumpften auch die Zahlen in den Etiketten der Größenangaben meiner Kleidung.

Mein Weg ist alles, aber zu keiner Zeit an ein bestimmtes Konzept gebunden gewesen. Ich bin offen für alle möglichen Varianten, die jemand auswählt, um an Gewicht zu verlieren, denn ich bin einfach überzeugt davon, dass es nicht *die* ultimative Methode gibt. Bei dem einen funktioniert LC, bei einem anderen FDH, wieder jemand anderes schwört auf WW, LCHF oder Basenfasten… im Bereich der Abnahme kann alles funktionieren.

Ich habe für mich eine Kombination daraus gemacht, in der ich auf nichts verzichte, alles kann passend im Kalorienlimit untergebracht werden, wenn man es will und für mich bleibt unterm Strich die Erkenntnis, dass man dem Körper nur die Chance geben muss, Energie zu benötigen, dann tut er das auch und greift die Vorräte an, wenn nicht genug Brennstoff nachgeliefert wird. Eigentlich ist es einfach und es beginnt mit der Entscheidung, etwas ändern zu wollen. Irgendwo habe ich mal den Satz gelesen: „Kein Essen schmeckt so gut, wie sich schlank sein anfühlt“ – und das stimmt! Heute, fast zwei Jahre später und 45 Kilo leichter kann ich das mit Sicherheit auch behaupten!